Menschen erschöpft.
Organisationen erschöpft.
Märkte erschöpft?!

Braucht es neue Gipfelstürmer?Anspruchsvolle Ziele im Tagesgeschäft, das gleichzeitige Verfolgen von Kostensparprogrammen und Innovationsinitiativen sind zum Dauerzustand in Unternehmen geworden. Oft bleibt wenig Raum und Zeit für Konsolidierung, Verankerung und Regeneration – für die Menschen in Unternehmen wie für die Organisationen selbst. „Burnout“ ist zum Kürzel für diese Entwicklung geworden. Blicken wir hinter die Kulissen: Welche neuen Fragestellungen und Antworten
ergeben sich daraus für die Führung von Organisationen?


Was sind die Aussichten für neue Gipfelstürmer?
Das ist wohl eindeutig die Frage, auf die man im Moment so viele unterschiedliche
Antworten erhält, wie es Form der Schneekristalle auf dieser Welt gibt. Die Prognosen der
Wirtschaftsinstitute sind verhalten optimistisch, die Finanzexperten reden von einer
nachhaltigen Krise, wie sie es seit 5000 Jahren nicht mehr gegeben hat. Was sollen wir
Menschen glauben? Ist es diese Schnelligkeit der wechselnden Meldungen, die uns
erschöpft? Die uns ständig Entscheidungen nicht nur in Unsicherheit, sondern in völliger
Unwissenheit abverlangt? In anderen Vermutungen für die nächsten Jahre sind sich die Experten völlig einig. Die Zahl der Burnout Erkrankungen in Unternehmen wird weiter steigen. Das bedeutet weiterhin hohe Ausfalltage durch langfristige Krankenstände, sinkende Effizienz der Organisationseinheiten und damit enorme Auswirkungen auf die so sehr benötigte Schlagkraft der Unternehmen.

Fragen die uns bewegen
Die Organisationen, Märkte, Unternehmen und unsere Gesellschaft stehen vor
ungeahnten neuen Herausforderungen. Alte Prognoseverfahren funktionieren nicht mehr,
klassische Konzepte der Wirtschaftstheoretiker greifen nicht mehr, Verhaltensweisen von
Konsumenten ändern sich unvorhersagbar in Richtung und Geschwindigkeit. Haben
altgediente Werkzeuge wie kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP),
innerbetriebliches Vorschlagswesen, Six Sigma, Kaizen, mit denen wir uns jahrelang
organisiert haben, ausgedient? Sie haben unsere Unternehmen neu aufgestellt, wir haben
unsere Management- und Führungsentscheidungen danach ausgerichtet - und jetzt wird
alles in Frage gestellt. Das schafft Unruhe, nicht nur bei den handelnden Menschen, auch
in Organisationen und auf den Märkten.

Die Frage ist aber nicht, ob wir diesen Prozess mitmachen, sondern nur wie. Diese
Anforderungen der Systeme ergeben auch neue Möglichkeiten. Das „Morgen“ wird
weniger mit dem „Heute“ zu tun haben. Es ist keine Verbesserung dessen, sondern eine
Neudefinition auf einer sorgsam vom „Gestern“ gereinigten Tafel. Das sind die
Herausforderungen, die wir uns in einer globalen, flexiblen, innovativen und kurzfristig
agierenden Umgebung stellen müssen.

Mut zu neu denkenden Gipfelstürmern!
Brauchen wir also neue Gipfelstürmer, die diese Situation bewältigen? Sind viele
Unternehmen, Menschen und Märkte nur deshalb so erschöpft, weil wir auf dem Weg zum
Gipfel eine falsche Strategie verwenden?

Um sich den anderen Gipfelstürmern zu widmen, müsste man die „alten“ Gipfelstürmer
kennen. Es könnte sein, dass diese mit einem Bild im Kopf aus der Zeit von Luis Trenker
in einem Bergdrama aus einem Heimatfilm verbunden sind:
− nach traditionellen Werten lebend
− Leistung wird verbunden mit den Begriffen Mut, Ehrgeiz, Anstrengung, richtige
Entscheidungen treffen, Kraft, Stärke
− Ziel- und erfolgsorientiert agieren (Gipfel werden vorgegeben um sie zu erreichen)
− Erfolg heißt oben stehen, oft alleine, weniger in der Seilschaft (wen interessiert
schon der 2. Mensch am Mond oder am Mount Everest oder ...)
− Umkehren vor dem Ziel ist gleich gesetzt mit Scheitern und Verlieren
Mit diesen Eigenschaften ist die Generation der Baby Boomer groß geworden, auch die
Generation X ist noch mit vielen dieser Werte aufgewachsen. Diese Muster haben in den
vergangenen Jahren gut funktioniert und zu unserem heutigen hohen Lebensstandard
beigetragen.

Werte der neuen Gipfelstürmer
Wenn sich die Rahmenbedingungen aber maßgeblich geändert haben, brauchen wir
vielleicht auch neue Fähigkeiten für die Gipfelstürmer von „Morgen“. Löschen wir doch
einmal die Tafel und beschreiben die Fähigkeitentafel der neuen Gipfelstürmer, die
meisten von ihnen entstammen schon der Generation Y, neu. Entwickeln wir als Trainer,
Berater und Coach andere Fähigkeiten der Menschen im Management sich an diese
Herausforderungen anzupassen. Und damit auf eine neue Weise erfolgreich zu sein.

Eine mutige Idee, wie diese neuen Programme ausgerichtet sein könnten:
1. Führung und die Übernahme von Verantwortung darf Freude machen!
2. Stärken aufbauen wie Kommunikationsfähigkeit, Entscheidungsfindung, Resilienz ,
Motivationsfähigkeit, Delegationsfähigkeit, Verhandlungsgeschick aber auch eigenes Energiemanagement und work-life-balance.
3. Kreativität fördern und Mut, völlig neue Ideen in vorhandene Strukturen einzubringen.
4. Gemeinnut vor Eigennutz stellen - Systeme unterstützen durch aktive Mitarbeit und nicht (aus-)nutzen.
5. Soziales und gesellschaftliches Engagement stärken und in der Gemeinschaft wieder eine Verankerung am Weg zum Gipfel zu finden.

Den Berg oder das eigene ICH?
Und es ist sicher auch einen Gedanken wert, die Definition, was der zu erreichende Gipfel
ist, aktiv zu stellen. Ist es Marktführer zu sein, die höchsten Umsatzzahlen zu erreichen,
den besten Deckungsbeitrag erzielt zu haben? Oder gibt es andere Gipfel, die im Moment
für mich, die Organisation oder den Markt, vielleicht sogar für unsere Umwelt effizienter
und sogar nachhaltig gesünder sind. Die modernen Gipfelstürmer beteiligen sich aktiv an
dieser Diskussion und bringen ihre Erfahrungen, Werte und Gedanken dazu ein. Sie sind
nicht weniger leistungsorientiert, aber sie legen mehr Wert auf die Nachhaltigkeit ihres
Tuns in Bezug auf ihre eigenen Ressourcen. Damit kann Erfolg anders definiert werden.
Sogar Scheitern kann als Erfolg für eine weitere Verbesserung oder Umorientierung
anerkannt werden.
Und vielleicht brauchen wir uns dann auch nicht immer wieder die Frage zu stellen, was
zu tun ist, wenn wir einen Gipfel erreicht haben. Vielleicht dürfen moderne Gipfelstürmer
einen Sieg einfach nur genießen und dann beim Hinabschauen auf den Weg lernen ohne
gleich mit dem Gelernten einen neuen Gipfel zu erklimmen. Demut und Genuss als
Motivator. Freiheit statt Zwang als Entscheidungsgrundlage, einen neuen Gipfel zu
erklimmen.

Nicht der Berg ist es, den man bezwingt, sondern das eigene Ich.
Edmund Hillary Erstbesteiger des Mount Everest am 29. Mai 1953
zusammen mit Sherpas Tenzing Norgay

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